Berlin, 15.04.2020 – Dank hoher staatlicher Zuschüsse und ausgereifter Technologien interessieren sich Verbraucher trotz Corona-Krise ungebrochen stark für den Austausch fossiler Heizungen: Im Vergleich zum Vorjahr wurden im ersten Quartal 2020 deutlich mehr Förderanträge für Erneuerbare Wärmesysteme gestellt. Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV) sieht in der Energiewende am Wärmemarkt einen der Motoren, um der deutschen Wirtschaft nach der Flaute wieder Schwung zu verleihen. Die Installation einer Heizungsanlage wie auch die Belieferung mit Holzpellets ist jederzeit möglich. Hierzulande werden mittlerweile über 500.000 Pelletfeuerungen betrieben. Mit der weltweit drittgrößten Pelletproduktion ist Deutschland Selbstversorger.

Das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) hat jüngst die 500.000ste Pelletheizung in Deutschland vermeldet. Diese modernste Form der Holzfeuerung gibt es seit Ende der 1990er. Die Verdopplung des Bestands und somit die Installation der millionsten Anlage soll aus Verbandssicht deutlich schneller gehen. DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele ist zuversichtlich: „Trotz der sich abzeichnenden Wirtschaftsflaute berichten die Kesselhersteller im DEPV von einer fast ungebrochenen Nachfrage. Es scheint, als ob Heizungsbesitzer die Corona-Zeit nutzen, um sich über die hervorragenden Fördermöglichkeiten zum Austausch alter fossiler Heizkessel zu informieren. Da statt in Urlaubsreisen dieses Jahr wahrscheinlich in die eigenen vier Wände investiert wird, rechnen wir mit einer anhaltend hohen Nachfrage.“

Auch das Heizungsbauerhandwerk sei beispielhaft als wirtschaftlicher Aktivposten tätig und bewerkstellige die aktuellen Einschränkungen professionell, so dass kaum Auftragsrückgänge zu spüren seien, so der Verbandsgeschäftsführer weiter. „Die Bundesregierung tut gut daran, die Energiewende am Wärmemarkt als Konjunkturmotor zu nutzen und die Investitionen in klimafreundliche Maßnahmen im Gebäude und bei der Industrie weiterhin zu unterstützen!“

Bis zu 45 Prozent Zuschuss beim Heizungstausch

Die Bundesregierung fördert über das Marktanreizprogramm (MAP) den Einbau von Erneuerbaren Wärmeerzeugern wie modernen Holz- und Pelletfeuerungen seit Januar 2020 mit mindestens 35 Prozent der dabei anfallenden Investitionskosten. Falls eine alte Ölheizung ausgetauscht wird, bekommt der Betreiber sogar 45 Prozent zurück. Das hat im ersten Quartal bereits zu 150 Prozent mehr Förderanträgen für Holzfeuerungen, Wärmepumpen, Solarthermie- und Erneuerbaren Hybridanlagen geführt. „Die sehr hohen Zuschüsse gleichen die höheren Investitionskosten für Pelletheizungen aus und machen sie gegenüber fossilen Systemen von Beginn an rentabel“, betont Bentele. Dazu kommt der günstige Pelletpreis: In den letzten zehn Jahren waren Pellets im Schnitt 30 Prozent günstiger als Heizöl und 25 Prozent günstiger als Erdgas.

Brennstoffversorgung sicher: Sägerestholz als große Rohstoffbasis

Die Holzindustrie (AGR) rechnet generell nicht mit Versorgungsproblemen und auch der Großteil der Produzenten und Händler von Holzpellets sieht laut einer aktuellen Umfrage des DEPV unter 66 ENplus-zertifizierten Unternehmen keine negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Lieferfähigkeit. Mit 2,8 Mio. Tonnen (t) wurden hierzulande noch nie so viele Pellets hergestellt wie im Jahr 2019. Seit Jahren ist Deutschland Nettoexporteur der Presslinge. Holzpellets werden in Deutschland fast komplett aus den in Sägewerken anfallenden Resthölzern wie Sägespänen und Hackschnitzeln hergestellt. Als Land mit dem höchsten Holzvorrat in der Europäischen Union ist Deutschland damit zur Herstellung der kleinen Holzpresslinge prädestiniert – auch in der Corona-Krise.

Quelle: Pressemitteilung DEPV vom 15. April 2020

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